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Herstellung definierter Klimabedingungen (Luftfeuchte)

Relative Luftfeuchte über gesättigten Salzlösungen

Salz relative Luftfeuchtigkeit [%] bei einer Temperatur von ...°C Löslichkeit bei 20°C 3)
[g / 100 g H2O]
5 10 15 20 25 30 35 40 45

Natriumhydroxid

    6 6 6 6 6 6 6 108,3

Lithiumbromid

  8 7 7 6 6       159,6

Zinkbromid

9 8 8 8 8 8       434,6

Kaliumhydroxid

14 13 11 10 9 8       113,6

Lithiumchlorid

      11 11 11 11 11 11  

Lithiumchlorid 1)

      15           81,9

Calciumbromid

  21 19 18 16         143,7

Lithiumiodid

    21 19 18 16 15 14 13 164,8

Kaliumacetat 1)

      20           257,6

Kaliumacetat 2)

  21 21 22 22 22 21 20   257,6

Calciumchlorid

    34 31 29         73,9

Calciumchlorid 1)

      31           73,9

Magnesiumchlorid

33 33 33 33 33 33 33 33 33 54,4

Natriumiodid

45 43 41 40 38 37 35 34 33 177,8

Zinknitrat 1)

      42           558,4 (Hexahydrat)

Kaliumcarbonat 2)

43 43 43 43 43         110,6

Kaliumthiocyanat 1)

      47           222,5

Calciumnitrat

  61 57 54 51 48       127,0

Magnesiumnitrat

56 55 54 54 53 52 52     71,1

Magnesiumnitrat 1)

      56           71,1

Natriumdichromat 1)

      58            

Natriumbromid 1)

      58           90,6

Natriumbromid

62 61 60 59 58 57 56     90,6

Ammoniumnitrat

  72 68 65 62 59 56 54   189,6

Natriumnitrit 1)

      66           81,8

Kaliumiodid

73 72 71 70 69 68       143,5

Strontiumchlorid

75 74 73 72 71 70       52,8

Natriumchlorat 1)

      75           98,0

Natriumnitrat

  78 77 76 74 73 72 71   86,6

Natriumchlorid

  76 75 75 75 75 75 75   36,0

Natriumacetat 1)

      76            

Ammoniumchlorid 1)

      79           37,0

Ammoniumchlorid

  82 81 80 79 77 77 76   37,0

Kaliumbromid

85 84 83 82 81         65,0

Kaliumbromid 1)

      84           65,0

Ammoniumsulfat

  82 82 81 81 81 80 80   75,3

Kaliumchlorid

87 87 86 85 84         34,4

Kaliumhydrogensulfat 1)

      86            

Strontiumnitrat

92 90 89 87 85         70,0

Kaliumchromat 1)

      88            

Bariumchlorid

92 91 91 90 90         35,2

Zinksulfat 1)

      90           53,8

Cäsiumiodid

93 92 92 91 91         77,5

Kaliumnitrat

97 96 94 93 92 91 90 89 88 31,5

Ammoniumdihydrogen-
phosphat 1)

      93           37,3

Natriumhydrogen-
phosphat 1)

      95           15,6
(Heptahydrat)

Kaliumsulfat

  98 98 97 97 97 97 97 97  

Bleinitrat 1)

      98           52,5

Soweit nicht anders angegeben sind die Werte aus: CRC Handbook of Chemistry and Physics. 1995 by CRC Press.
1) Werte aus dem Römpp Lexikon Chemie (9. Aufl.).
2) Werte aus eigenen Unterlagen (Mitschriften aus Vorlesungen und ähnliche Quellen).
3) Die Löslichkeitswerte sind aus: Küster, Friedrich W.: Rechentafeln für die chemische Analytik. Berlin, New York: de Gruyter, 103. bearb. Aufl., 1985.


Kalibrierung von Hygrometern

Überprüfung von Hygrometern mit Hilfe von gesättigten Salzlösungen

Die Methode des Umwickelns mit einem feuchten Handtuch zum Kalibrieren des Hygrometers auf 100% kennt wohl jeder. Besonders genau ist sie jedoch nicht. Wer sein Hygrometer im normalen Messbereich überprüfen will, muss zu anderen Hilfsmitteln greifen ...

Eine gesättigte Lösung eines Salzes mit einem Überschuss an Salz (ungelöstes Salz als Bodenkörper) ergibt in einem luftdichten Gefäß eine konstante Luftfeuchtigkeit, die zum kalibrieren von Hygrometern genutzt werden kann. Die erzielbaren Luftfeuchtigkeitswerte sind auch ohne definierte Temperatur auf ± 2% genau anzugeben und damit voll ausreichend für den "Normalmenschen". :-)
Die Temperatur spielt dabei so gut wie keine Rolle, sie braucht nicht auf einem bestimmten Wert gehalten zu werden. Für hochreines Natriumchlorid liegt die relative Luftfeuchtigkeit über der gesättigten Lösung z.B. bei 75,7% bei 10°C und 75,3% bei 25°C. Kochsalz enthält neben dem NaCl noch andere Nebenbestandteile, aber zum kalibrieren reicht das allemal ... 75 ± 2% relative Luftfeuchtigkeit  erreicht man auch damit immer.

Praktische Durchführung

Das trockene Salz wird ca. 3 mm hoch auf dem Boden eines flachen, luftdicht verschließbaren Gefäßes gestreut und dann mit Wasser angefeuchtet. Das Salz darf sich nicht komplett im Wasser lösen, deshalb vorsichtig mit der Wassermenge sein!
Der Deckel des Gefäßes sollte durchsichtig sein. Das Hygrometer wird auf ein Rost über der Lösung gelegt. Bei Geräten mit Sensor kann auch der Sensor durch ein Loch im Deckel (luftdicht verschließen!) eingeführt werden. Dafür wird dann nur ein sehr kleines Gefäß mit Deckel benötigt. Notfalls genügt auch mal ein Gefrierbeutel.

Welches Salz ist geeignet?

In der obigen Tabelle stehen die Salze und die jeweiligen relativen Luftfeuchtigkeiten für verschiedene Temperaturen. Im Normalfall wird man mit Kochsalz arbeiten - damit erreicht man eine relative Luftfeuchtigkeit von 75% und gemeinsam mit der "Handtuchmethode" ha man dann schon einmal eine Zweipunkt-Kalibrierung. 
Zur Kalibrierung auf den Nullpunkt nimmt man am besten wasserfreies Calciumchlorid (Granulat) oder das sogenannte Silicagel. Silicagel ist ein Kieselgel und war früher mit einem Kobaltsalz als Feuchteindikator imprägniert. Dieses Co-Salz ist im wasserfreien Zustand blau ... daher der Name "Blaugel" für diese Art der Trockenmittel.

Als Bezugsquelle für die meisten der Salze (nun ja, nicht für alle, denn es sind einige ziemlich giftige dabei ;-) ) kann jede Apotheke dienen - bei den sprichwörtlichen Apothekerpreisen bietet sich jedoch auch ein Chemikalienversandhandel für den Hobbychemiker an.


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